WEB 2.0
- Juni 3rd Juni 2009
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Ich liebe und ich hasse es, dieses web 2.0. Einerseits kann ich mit Freunden und Bekannten sehr leicht in Kontakt bleiben und weltweit neue Kontakte knöpfen. Dazu ist es aber nötig, überall meine Daten anzugeben und so kennt jede Seite ein Stück von mir. Zudem kann jeder lesen was ich so mache, welche Interessen ich habe und wo ich mich gerade aufhalte. Dem web 2.0 die Schuld daran geben wäre aber falsch. Ich selbst bin es ja, welcher dieses nutzt und so aller Welt die Informationen gibt. Selbst im Moment tue ich dies, indem ich hier über dieses Thema schreibe.
Egal ob Twitter, Blog, facebook, meinVZ, Lokalisten, Xing und wie meine Dienste noch so alle heißen. Dazu noch unzählige Foren. Überall kann man ein Stück über mich lesen. Jeder dieser Dienste will aber auch gepflegt und befüllt werden, sonst stehen dort veraltete Daten und es ist quasi eine Datenleiche ohne nützlichen Inhalt.
Manchmal überlege ich mir, ob ich nicht aus diesem ganzen Thema aussteigen sollte und das Internet nur noch zum Surfen und Informationen suchen verwenden sollte. Diesen Gedanken verwerfe ich allerdings auch sehr schnell wieder. Die Zeit entwickelt sich immer weiter zu einer globalen Welt, welche durch das Internet zusammengeschmiedet worden ist. Wer in dieser Welt seine Kontakte nicht über einen der vielen Dienste geknüpft hat und somit dort “Referenzbekannte” eingetragen sind, wird kaum noch Chancen auf den Märkten haben. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Arbeitgeber nicht eine Bewerbung und einen Lebenslauf haben wollen, sondern die Links zu den Portalen. Was ich von einer solchen Welt halten soll weis ich selbst noch nicht. Es scheint als würde die Zwischenmenschlichkeit zu Gunsten der Technologie und des Informationzeitalters verloren gehen.
Zudem besteht die Gefahr, dass ein Arbeitgeber erst durch die Portale die Vergangenheit des Bewerbers erforscht. Immerhin wird ja alles archiviert. So sieht man durchaus auch vergangene Aussagen und Meinungen, welche nicht mehr zutreffen. Diese können allerdings bei einer Bewerbung ein schlechtes Licht schaffen für den Bewerber. Diese Offenlegung, an der ich selbst auch teilnehme, könnte in Zukunft für uns alle noch Gefahren bringen, an welche wir heute noch nicht denken. Auch politisch aktive können so selbst Gefahr laufen beobachtet zu werden. Dem Staat dürften viele Aussagen nicht gefallen und wenn Suchalgorythmen über “gefährliche Aussagen” stolpern könnte das Grund genug sein diese Person eingehend zu überwachen. Diese Tendenzen sehe ich kommen….in Deutschland und dem Rest der Welt auch.
Es bleibt zu hoffen, dass die Technik zum positiven genutzt wird und nicht zum Leidwesen der Bürger ausgenutzt wird.