Archiv für September 16th September 2009

Deutschland ist sicher

Das glaube ich nicht nach diesem Artikel bei SPON. Es ist ein Bericht über einen Polizisten, welcher vorher nicht mit den Behörden abgesprochen worden ist. Damit ist der Polizist, welcher im Artikel Ralph genannt wird, ein großes Risiko eingegangen. Wüssten seine Vorgesetzten davon, könnte er seine Uniform abgeben.

Dieser Bericht hat mich entsetzt, mit welchen Mitteln die Polizei klarkommen muss und wie wenige Beamte eigentlich für unsere Sicherheit sorgen. In diesem Fall sind es vier Polizisten für 100.000 Menschen.

Oft müssen die Beamten weiterfahren, da Kontrollen zu viel Zeit kosten würden und so die Kapazitäten von möglichen schwereren Fällen abziehen würden, welche in diesem Zeitpunkt aufkommen könnten. Auch wird berichtet, dass eine Gruppe junger Männer nicht kontrolliert wird, da die Kollegen 20 Minuten entfernt sind. Dies würde zu lange dauern, bis diese da sind. Auch die Kinder, welche sich am Straßenrand betrinken werden ignoriert.

Auch können sie nicht sofort zu gemeldeten Fällen, da kein Wagen verfügbar ist. Alle Streifenwagen sind bereits an anderen Orten gebunden und können somit nicht ausrücken. Selbst ein betrunkener kann auf der Autobahn unbehelligt Schlangenlinien fahren. Jedenfalls kann er es sehr lange. Irgendwann finden die Polizisten auch für ihn ein paar freie Minuten.

Die eingesetzte Technik macht es auch nicht leichter. Veraltete Funkgeräte und Computer in den Streifenwagen. Der Computer hatte nach 10 Minuten seinen ersten Absturz.

Nach diesem Bericht weiß ich nicht mehr, was ich von diesem Land halten soll, denn scheinbar werden auch die Kriminalstatistiken beschönig. Demnach ist Deutschland garnicht so sicher, wie man es uns weis machen will.  Vielleicht rasten deswegen Polizisten auch aus auf Demos. Sie sind gefrustet von ihrer Arbeit und dem Wissen, wie viele Verbrechen wegen Personalmangel nicht verfolgt werden können. Natürlich soll das keine Entschuldigung sein, aber es ist ein möglicher Grund. Ich habe hier nur eine Kurzzusammenfassung geschrieben und kann jedem nur empfehlen sich den ganzen Bericht bei SPON durchzulesen.

Plakatierung in Würzburg

Viele Abende bin ich mittlerweile damit beschäftigt für die Piraten Wahlplakate in Würzburg aufzustellen. Dies hat für mich zwei Konsequenzen gehabt. Zum einen sehe ich genau, wo Plakate aufgestellt werden dürfen und wo nicht. Zum anderen habe ich gemerkt, wie schmutzig der Wahlkampf auf der Straße ausgefochten wird.

Diesen Beitrag schreibe ich, damit alle Bewohner und Besucher Würzburgs merken, dass den Parteien Regeln egal sind und diese aufstellen wo sie wollen. Von uns Piraten kann ich sagen, dass wir uns an die Regeln halten. Wir überlegen lieber dreimal bevor wir eine Stelle Plakatieren, an welche wir nicht dürfen. Folgende Regeln hat die Stadt Würzburg aufgestellt.

Es dürfen Dreiecksständer und Plakattafeln aufgestellt werden, dabei darf die Sicht nicht behindert werden oder das Stadtbild verschandelt werden.
Es dürfen keine Plakate an Kreuzungen, im Bereich von Ampelanlagen, Fußgängerüberwegen und unübersichtichen Kurven aufgestellt werden, wenn dadurch Sichtbehinderung entsteht.
Weiter ist es verboten an Masten, Brücken, Stützmauern, elektrischen Verteilerkästen, Containern, Papierkörben und Telefonzellen zu plakatieren.
Es geht weiter mit den Verboten am Berliner Platz (Berliner Ring) einschließlich der Straßeneinmündungen. Im Haltestellenbereich in der Domstraße und vor der “Nordsee”. Beim Grafeneckart, zwischen den Einmündungen Langgasse und Karmelitenstraße.
Es darf auch nicht an Bäumen plakatiert werden oder um Bäume herum.

Abschließend noch eine einfache Regel. Alle Plakate müssen spätestens drei Tage nach der Wahl wieder abgebaut sein.

Nun kann jeder durch Würzburg gehen und sich anschauen, wie andere Parteien Plakatieren. Wie soll eine Partei sich an komplexe Regelungen und Gesetze halten, wenn diese schon an so simplen Regeln, wie denen zur Plakatierung, scheitert?

Erschreckend, auch wenn es klar war, finde ich, wie unfair die Wahl auf der Straße ausgefochten wird. Regelmäßig verschwinden unsere Plakate oder werden zerstört. Dabei ist auffällig, dass zufällig nach dem Verschwinden, eine andere Partei den freien Platz entdeckt und sofort ihr eigenes Plakat aufstellt. Dies legt natürlich den Verdacht nahe, dass Plakate bewusst entfernt werden. Davon haben wir allerdings die Nase mittlerweile voll. Wir dokumentieren alle ersetzten oder neu aufgestellten Plakate und werden von nun an unverzüglich Anzeige gegen unbekannt stellen. Ich denke, darfür dürften die meisten hier Verständnis haben. Wir rackern uns Nacht für Nacht den Hintern ab, um zu plakatieren und andere haben nichts besseres zu tun, als uns hinterherzurennen und die Plakate zu beseitigen.

Nun habe ich genug gemeckert. Geht hinaus ins schöne Würzburg und behaltet im Hinterkopf was Parteien dürfen und was nicht. Teilweise ist es sehr erschreckend.

Nach oben