Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Piratenpartei Andreas Popp hatte kürzlich der Jungen Freiheit ein Interview gegeben, welches hohe Wellen geschlagen hat. Dabei ging es nicht über den Inhalt, welchen ich extrem gut finde, sondern über die Tatsache, dass die JF eine rechtslastige Zeitschrift ist.

Ich kann das Verhalten vieler Piraten und Sympathisanten nicht verstehen. Gut Andy hätte sich vorher informieren können, welche Richtung diese Zeitschrift einschlägt, doch selbst dann hätte ich an seiner Stelle dieses Interview gegeben. Es geht aus diesem auch deutlich hervor, dass sich die Piratenpartei von extremistischen Parteien distanziert. Die bekannten rechten Parteien sind sogar namentlich genannt, wodurch jeder Leser erkennen kann, dass die Piratenpartei mit diesen nichts zu tun haben möchte. Dies wurde so unverfälscht abgedruckt. Wäre das Interview bei einer linksgerichteten Zeitung abgedruckt worden wäre ein solcher Passus wohl rausgeflogen, wenn es eine Distanzierung zu linksextremen gäbe.

Ich habe vielleicht eine andere Sichtweise, da ich kein Deutscher bin und damit nicht die Erbschuld drittes Reich auf meinen Schultern trage, doch wieso entsteht immer eine solche Panik, wenn der Blick auch mal nach rechts geht? Natürlich darf er nicht ins extreme reichen, doch das ist bei der linken Blickrichtung auch nicht anders. Es würde diesem Land wirklich gut tun, wenn die Bürger auch wieder stolz darauf wären und etwas Patriotismus aufkommen würde. Erleben werde ich das wohl nicht, selbst in 100 Jahren wird man in Deutschland noch schief angeschaut werden, wenn man die deutsche Fahne schwenkt. Dies scheint hier nur zu großen Fußballereignissen erlaubt zu sein.

Ich selbst war auf zwei kroatischen Hochzeiten einer von zwei Fahnenträgern (Barektar). Nach den Trauzeugen ist dies die größte Ehre auf einer Hochzeit in Kroatien. Den ganzen Tag bin ich fahnenschwingend beim Brautpaar gewesen. So etwas wäre hier wohl unmöglich, da sofort die meisten denken würden. “Ach hier heiraten Nazis und lassen es auch noch alle wissen.”

Wieder zurück zu den Piraten. Die Piratenpartei sagt selbst von sich, dass sie sich in keine Richtung einordnen lässt. Zum Leidwesen der vielen linksgerichteten heißt das, dass die Piraten links, mitte, rechts sind. Wenn ich mir viele Aussagen so ansehe habe ich das Gefühl, dass linksextremistische Bewegungen der Partei einen Ruck nach links geben wollen…irgendwo zwischen SPD und DIE LINKE. Aus der Bürgerrechtsbewegung “Piratenpartei” ist ein Instrument geworden. Nun reißen alle an diesem Instrument und wollen es für sich beanspruchen. Ich hoffe, dafür werde ich auch kämpfen, dass die Partei daran nicht zerreißt. Die Piratenpartei ist eine gute Sache und kann in der Zukunft sehr viel bewegen. Sie muss nur die aktuelle Phase überstehen und sich bewähren. Zu der Phase gehören aber auch Fehler, aus denen wir lernen müssen um sie anschließend nicht wieder zu machen. Dass jede Aktion auf die Goldwaage gelegt wird ist dabei klar. Viele sehen in den Piraten ihren Hoffnungsschimmer und daher wird jede Handlung genau beobachtet. Anschließend wird die Handlung in den Himmel gelobt oder zerrissen. Es scheint überwiegend nur diese beiden extremen Reaktionen zu geben…..leider.

Da ich ein Bezirksvorstand bin sage ich noch abschließend. Dieser Beitrag ist meine ganz persönliche Meinung. Er stellt keine Parteimeinung da und soll auch keine zukünftige Parteimeinung und Ausrichtung zeigen. Diese wird nur auf Parteitagen erarbeitet und ist demokratisch gewählt. Die Ausrichtung einer Partei wird nicht von einer Person festgelegt.