Interview mit der Jungen Freiheit
- September 17th September 2009
- Eingetragen inAllgemein . Piratenpartei
- Kommentar schreiben
Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Piratenpartei Andreas Popp hatte kürzlich der Jungen Freiheit ein Interview gegeben, welches hohe Wellen geschlagen hat. Dabei ging es nicht über den Inhalt, welchen ich extrem gut finde, sondern über die Tatsache, dass die JF eine rechtslastige Zeitschrift ist.
Ich kann das Verhalten vieler Piraten und Sympathisanten nicht verstehen. Gut Andy hätte sich vorher informieren können, welche Richtung diese Zeitschrift einschlägt, doch selbst dann hätte ich an seiner Stelle dieses Interview gegeben. Es geht aus diesem auch deutlich hervor, dass sich die Piratenpartei von extremistischen Parteien distanziert. Die bekannten rechten Parteien sind sogar namentlich genannt, wodurch jeder Leser erkennen kann, dass die Piratenpartei mit diesen nichts zu tun haben möchte. Dies wurde so unverfälscht abgedruckt. Wäre das Interview bei einer linksgerichteten Zeitung abgedruckt worden wäre ein solcher Passus wohl rausgeflogen, wenn es eine Distanzierung zu linksextremen gäbe.
Ich habe vielleicht eine andere Sichtweise, da ich kein Deutscher bin und damit nicht die Erbschuld drittes Reich auf meinen Schultern trage, doch wieso entsteht immer eine solche Panik, wenn der Blick auch mal nach rechts geht? Natürlich darf er nicht ins extreme reichen, doch das ist bei der linken Blickrichtung auch nicht anders. Es würde diesem Land wirklich gut tun, wenn die Bürger auch wieder stolz darauf wären und etwas Patriotismus aufkommen würde. Erleben werde ich das wohl nicht, selbst in 100 Jahren wird man in Deutschland noch schief angeschaut werden, wenn man die deutsche Fahne schwenkt. Dies scheint hier nur zu großen Fußballereignissen erlaubt zu sein.
Ich selbst war auf zwei kroatischen Hochzeiten einer von zwei Fahnenträgern (Barektar). Nach den Trauzeugen ist dies die größte Ehre auf einer Hochzeit in Kroatien. Den ganzen Tag bin ich fahnenschwingend beim Brautpaar gewesen. So etwas wäre hier wohl unmöglich, da sofort die meisten denken würden. “Ach hier heiraten Nazis und lassen es auch noch alle wissen.”
Wieder zurück zu den Piraten. Die Piratenpartei sagt selbst von sich, dass sie sich in keine Richtung einordnen lässt. Zum Leidwesen der vielen linksgerichteten heißt das, dass die Piraten links, mitte, rechts sind. Wenn ich mir viele Aussagen so ansehe habe ich das Gefühl, dass linksextremistische Bewegungen der Partei einen Ruck nach links geben wollen…irgendwo zwischen SPD und DIE LINKE. Aus der Bürgerrechtsbewegung “Piratenpartei” ist ein Instrument geworden. Nun reißen alle an diesem Instrument und wollen es für sich beanspruchen. Ich hoffe, dafür werde ich auch kämpfen, dass die Partei daran nicht zerreißt. Die Piratenpartei ist eine gute Sache und kann in der Zukunft sehr viel bewegen. Sie muss nur die aktuelle Phase überstehen und sich bewähren. Zu der Phase gehören aber auch Fehler, aus denen wir lernen müssen um sie anschließend nicht wieder zu machen. Dass jede Aktion auf die Goldwaage gelegt wird ist dabei klar. Viele sehen in den Piraten ihren Hoffnungsschimmer und daher wird jede Handlung genau beobachtet. Anschließend wird die Handlung in den Himmel gelobt oder zerrissen. Es scheint überwiegend nur diese beiden extremen Reaktionen zu geben…..leider.
Da ich ein Bezirksvorstand bin sage ich noch abschließend. Dieser Beitrag ist meine ganz persönliche Meinung. Er stellt keine Parteimeinung da und soll auch keine zukünftige Parteimeinung und Ausrichtung zeigen. Diese wird nur auf Parteitagen erarbeitet und ist demokratisch gewählt. Die Ausrichtung einer Partei wird nicht von einer Person festgelegt.
Diese rechts-links Geschichte wird von Leuten eingebracht, die Streit sehen wollen damit die Piratenpartei Schaden nimmt. Wenn ich unseren Stammtisch als Beispiel nehme ist das eine sehr bunte Truppe, die sich darauf einigen kann das wir dringend einen Wechsel in der Politik brauchen. Dieser ist weder links noch rechts sondern die Zukunft.
Das gleiche gilt für die Genderfrage, für mich ein totes Thema da Frauen das gleiche Recht und die gleichen Pflichten haben wie Männer.
Die Diskussion ist langweilig und alt und jeder der sich darin verläuft kommt nicht mehr raus.
Andis Interview war klasse und gerade diese klare Ansage in einer Zeitung wie der JF finde ich gleich doppelt gut. Und wer ein Problem damit hat solle sich in Verbänden organisieren die WIRKLICH etwas gegen rechtsradikale und extremistische Dinge tut und nicht nur dumm daher reden… (imho)
Sehe ich genauso! Super Artikel. Andy hätte aber nicht sagen sollen, dass er nicht weiss was die JF ist, denn ich denke ein einigermassen gebildeter und politisch aktiver Mensch sollte das schon wissen. Nun ja das ganze ist nicht so tragisch, v.a. da die Zeitung ja wohl legal ist. Ich finde es auch unglaublich wieviel Überredungskunst da von links kommt. Die halten sich für progressiv aber wollen eigentlich Ihre veralteten und in sich selbst schon längst zusammengefallenen politischen Modelle, Dogmen und Idealismen bei uns anbringen. Ich finde Kapitalismus funktioniert ganz gut und habe nichts dagegen. Die Ausbeutung der Armen und der Südhalbkugel ist natürlich die Schattenseite, aber das weiss ja wohl jeder Erstklässler dass da was falsch läuft und es das zu ändern gilt, dass muss man ja wohl nicht auf seine Wahlplakate schreiben. Mahlzeit.
@boomel: Das befürchte ich auch, dass da einfach Krawallmacher sind, welche so der Partei schaden wollen. Leider wird das dann auch noch über Foren und Blogs aufgenommen und weiter getragen.
Hier in Unterfranken sehe ich ja, dass es auch anders geht. Wir kommen auf Infoständen, Stammtischen und sonstigem prima miteinander klar. Natürlich gibt es mal die eine oder andere Spitzfindigkeit zwischen zwei Ansichten und den Trägern dieser. Doch das artet nie so aus. Man kann miteinander reden und danach ist wieder alles gut und man kann miteinander trinken.
Dies ist aber auch die erste Bundestagswahl für die Piraten und in wenigen Monaten hat sich auch sehr viel getan. Durch den Mitgliederansturm sind sehr viele neue Richtungen in die Partei geflossen. Das muss sich alles erst mal ordnen und wieder legen. Diese Mitglieder müssen aber auch lernen, dass sie nun in einer Partei sind und die individuelle Meinung nicht die Alleinherrschaft hat. Nun gilt es eine gemeinsame Meinung zu tragen und nicht versuchen die eigene als alleinig richtig anzusehen. Parteiarbeit ist nunmal Teamarbeit. In einem Team muss es auch Kompromisse geben.
@espri7:
Ich muss zugeben, ich kannte die JF vor diesem Vorfall auch nicht. Allerdings hätte ich mich informiert, bevor ich ein Interview gegeben hätte. Andrerseits hat der Andy wohl sehr viele Anfragen und wenn er jede Zeitung prüfen würde, würde er nicht zum Antworten kommen. Es ist nicht ideal gelaufen, doch was nun durch das Netz an Getrolle und Bashing läuft ist unter aller Sau. Da wird draufgehauen ohne vorher nachzudenken.
Finde auch, dass unser System nicht mal so schlecht ist. Die Ausbeutung liegt aber weniger am System, sondern an gierigen Menschen, welche dieses System ausnutzen. Zu einer idealen Welt nach Star Trek Vorbild ist die Menschheit nunmal noch nicht fähig. Es wäre schön, wenn alle arbeiten würden, damit sie persönlich weiterkommen und es kein Geld mehr gäbe.