Focus - ScreenshotGestern,  am 17.09.2009, gab es wieder einen Amoklauf in einer Schule. Diesmal ist ein 18-jähriger am Carolinum Gymnasium in Ansbach durchgeknallt. Zum Glück gab es keine Todesfälle, sondern nur Verletzungen. Dies ist zwar immer noch schlimm genug, doch es hätte wesentlich schlimmer ausgehen können. Über diesen Vorfall an sich will ich garnichts schreiben, dies wird schon von den Printmedien und deren Onlineablegern erledigt. Mir geht es dabei um die Suche der Medien nach der Schuldfrage für den Amoklauf.

Es war klar, dass ein Medium sofort den Stempel des verantwortlichen aufgedrückt bekommt. Natürlich die Computerspiele, im Medienjagon auch “Killerspiele” genannt. Die Suche nach dem passenden Spiel, welches die Schuld trägt läuft wohl auf vollen Touren, doch was sich der Focus erlaubt hat ist mehr als nur lächerlich. Laut einem Focus Bericht ist das “Killerspiel” “The Sims” schuldig. An diesem hat der Täter die gesamte Tat simuliert und wohl auch damit trainiert.

Ich denke wir alle kennen “The Sims”. Es ist nichts anderes als eine Simulation des Lebens. Dass man dort nun auch Amokläufe an Schulen simulieren kann ist mir allerdings neu. Da hat wohl EA ein Addon auf den Markt gebracht, welches ich nicht kenne.

Für mich ist dieser Focus-Berich ein Eigentor, denn er zeigt, dass es den Medien nicht darum geht, die Ursache für den Amoklauf aufzudecken, sondern ein Computerspiel zu finden, welches man an den Pranger stellen kann. Damit wird eine Berichterstattung jeder Glaubwürdigkeit beraubt, wenn solche Behauptungen aufgestellt werden. Es wäre den Medien angeraten wieder zu richtigen Journalismus überzugehen. Leider interessieren sich aber die Konsumenten scheinbar mehr für reißerische Geschichten. Verlage leben allerdings davon, dass sie ihre Zeitschriften verkaufen. Wenn sie richtigen Journalismus betreiben und niemand kauft es, dann wird der Verlag nicht mehr lange existieren.

Damit bleibt nur folgender Schluss. Wenn wir wieder ordentliche und fundierte Berichterstattung wollen dürfen wir keine Zeitschriften lesen, welche diese nicht bieten. Sobald der Markt sich wieder für richtigen Journalismus interessiert wird dieser auch existieren.

Quelle des Bildes: http://www.omfg.to

Update:

Nun, nachdem ich diesen Eintrag geschrieben habe, erhalte ich die Information, dass dieses Foto ein Fake ist. Damit bin ich, wie so viele andere auch, darauf reingefallen. Die soll mir eine Lehre sein, besser zu überprüfen, woher die Information kommt und ob sie der Warheit entspricht.
http://www.bildblog.de/11764/failmeldung/