Onlinewelt in die Offlinewelt getragen
- September 19th September 2009
- Eingetragen inAllgemein . Piratenpartei
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Eigentlich könnte es doch so schön sein. Internetaffine Menschen sehen, dass es in der Offlinewelt nicht so läuft wie es sollte, schließen sich zusammen und versuchen als Partei etwas zum positiven zu bewegen. So könnte es eigentlich laufen, doch dass es nicht so ist sehen wir zur Zeit alle bei den Piraten. Es scheint als wollen alle möglichen Strömungen die Piratenpartei in deren Fahrwasser ziehen, dazu kommen noch Menschen, welche durch gezielte Angriffe das Schiff zum Kentern bringen wollen. Dem muss sich die junge Piratenpartei nun entgegenstellen. Es ist die erste harte Bewährungsprobe, welche auch noch im Wahlkampf stattfindet, was die Angriffe noch schwerwiegender macht.
Ich stelle mir oft die Frage, wieso es den sogenannten internetaffinen Menschen so schwer fällt einen gemeinsamen Konsens zu finden. Jeder hat seine eigene Meinung, wenn man auch dieser Meinung ist gut, wenn nicht, dann wird gleich auf Angriff geschaltet. Vielleicht liegt es daran, dass das Internet ein neues Selbstverständnis bei den Nutzern geweckt hat im Laufe der Zeit. Im Internet ist eine gewissen Anonymität vorhanden, Meinungen können frei genannt werden, ohne zu fürchten, dass man eine direkte und reale Konfrontation erlebt. Wenn einem Gegenargumente nicht passen, kann man diese Person einfach auf eine Ignoreliste setzen und ist von den Gegenargumenten geschützt. Dies alles geht im realen Leben allerdings nicht mehr.
Mit der Piratenpartei sind aber sehr viele Ideologien in das reale Leben getragen worden. Nun müssen sich Menschen, welche diese Ideologien vor dem Rechner ausgelebt haben, sich mit anderen Menschen auseinandersetzen. Es ist nicht mehr möglich, diese einfach zu ignorieren. Leider scheint aber im Laufe der Zeit die Fähigkeit zu einer ordentlichen Diskussion geschwunden zu sein. Wer anderer Meinung ist, muss ein Troll sein. Diesen Stempel bekommt man schnell aufgedrückt und Trollen muss man nicht zuhören. Ich würde mir für die Piratenpartei wünschen, dass wir Mitglieder uns auf die Ziele besinnen. Es geht nicht darum wer mit wem ein Interview führt. Es geht nicht darum ob die Kommunikation immer perfekt ist. Es geht einzig und alleine darum der Regierung zu zeigen, dass sie an der Bevölkerung vorbeiregiert haben. Dass es Bewegungen gibt, welche nicht mit der Art der Regierung einverstanden sind. Diese Wahl wird ein Denkzettel für die Regierung werden. Richtig groß wäre er, wenn es die Piratenpartei schafft in den Bundestag einzuziehen. Die dafür notwendigen 5% sind eine harte Nuss, doch sie ist machbar. Dafür müssen wir aber an einem Strang ziehen.
Wieso schreibe ich so offen, dass es auch intern Rangeleien gibt? Zum einen kann es jeder selbst lesen wer mag. Die Mailinglisten sind für alle frei zugänglich. Zum anderen ist es bei den anderen Parteien auch nicht anders. Ich stelle die Behauptung auf, jede Partei, welche behauptet es gibt keine Streiterein und Meinungsverschiedenheiten, lügt. Bei den Piraten fällt es nur wesentlich stärker auf, da die Partei noch recht klein ist und weil die Mitglieder alle wesentlich stärker miteinander vernetzt sind. Durch das Hauptkommunikationsmittel Internet können wesentlich mehr Menschen zur gleichen Zeit über ein Thema sprechen. Wesentlich mehr unterschiedliche Meinungen treffen zur gleichen Zeit aufeinander. Damit ist auch die Wirkung der Rangeleien nach außen hin größer als sie eigentlich ist. Doch wir dürfen uns dadurch nicht aus der Ruhe bringen lassen. Auch wenn wir angegriffen werden, müssen wir weiter am wichtigen Ziel 5% arbeiten. Dafür gibt es einen ganz einfachen weg. Nicht so oft online sein, dafür in die Städte und Dörfer gehen. Dort mit Infoständen Präsenz zeigen. Es bringt nichts, wenn wir hier über hundert Themen reden, während die Menschen auf der Straße nichts von den Piraten mitbekommen oder noch schlimmer, wenn sie nur die Streitigkeiten mitbekommen, welche von gewissen Medien bewusst veröffentlicht werden.
Das links/rechts Thema ist auch so eine Sache. Die einen sagen die Piraten sind zu rechts und wollen die Partei nach links ziehen. Die anderen sagen das Gegenteil, versuchen aber subtiler zu arbeiten. Von Anfang an wollte die Piratenpartei nicht in dieses Schema gepresst werden, doch dafür müssen die Mitglieder ihre veralteten Ansichten über politische Ausrichtungen über Bord werfen. Bei diesen Ausrichtungs Diskussionen übersehen viele, wie sehr sie doch geprägt sind von diesen starren Ansichten. Seid flexibel in euren Ansichten nur dürfen sie nicht extremistisch werden. Sobald die Flexibilität da ist gibt es kein links oder rechts mehr. Dann gibt es nur noch eine Richtung. Diese nennt sich dann sinnvoll für die Mitbürger egal ob Deutsche oder Ausländer.
Ich möchte zum Abschluss aus dem Film Dogma zitieren. Jedenfalls grob.
Jesus hatte eine Idee. Eine Idee ist flexibel und kann sich anpassen. Die Menschen haben daraus eine Religion gemacht. Für Religionen sterben Menschen. Für Religionen töten Menschen.
Macht aus der Idee der Piratenpartei bitte keine Religion. Wir dürfen aus den Piraten keine starre Partei machen, wie es die großen sind und wir dürfen nicht starr werden, weil wir von Außen angegriffen werden und wir vor Angst vor negativer Presse erstarren.
Kann ich nur unterschreiben!
Die Organisationsentwicklung lehrt uns, wie aus Zelten im lauf der Zeit Paläste werden. Ich verfolge ja gespannt, wie sich die Piraten entwickeln werden, vor allem auch Inhaltlich.