Archiv für Kategorie ‘Roman – Fantasy’

Buchrezension: Der Name des Windes

Der Name des WindesNachdem mir im Hermke das Buch “Der Name des Windes: Die Königsmörder-Chronik. Erster Tag” von Patrick Rothfuss empfohlen worden ist, habe ich auch gleich zugegriffen. Für gewöhnlich erhält man dort gute Tipps, auch von Kunden. Horst danke dir dafür. Das 863 Seiten starke Buch kommt ohne ausführlichen Klappentext aus, was ich als sehr erfreulich ansehe. Diesen möchte ich auch zuerst wiedergeben.

In “Der Name des Windes” erzählt Patrick Rothfuss die Geschichte von Kvothe, dem berühmtesten Zauberer seiner Zeit.

Dieser Text sagt doch wirklich mehr als genug und verrät nicht zu viel von der Geschichte, was bei anderen Büchern durchaus vorkommen kann und auch vorkommt. Aus diesem Grund möchte ich mich ebenfalls zurückhalten mit der Geschichte um nicht dem Leser vorzugreifen. Allerdings wird der aufmerksame Leser auch schnell eigene Schlüsse ziehen können. Der Haupthandlungsstrang des Buches spielt in der Vergangenheit, da Kvothe seine Geschichte niederschreiben lässt um daraus eine Geschichte verfassen zu lassen, welche den Tatsachen entspricht. Aus diesem Grund ist auch der größte Teil des Buches in der ersten Person geschrieben.

Kvothes Geschichte beginnt in seiner Jugend und so bekommt der Leser seinen Werdegang zum größten Zauberer aller Zeiten mit. Um zu diesem zu werden ist es für ihn sicherlich sehr nützlich, dass er sehr talentiert ist und unglaublich schnell lernt. Wofür andere Monate oder Jahre brauchen, braucht er Tage oder Wochen. Doch hat er auch schnell gelernt, dass er er einfach nur dafür sorgen muss, dass er sich einen entsprechenden Ruf aufbauen muss um als mächtiger zu gelten, als er es ist. Somit verbreiten seine Mitmenschen was sie gesehen haben, oder gehört haben und er wird schon in der Kindheit fast eine Legende. Dabei war er anfangs nur ein Kind aus dem fahrenden Volk. Das Schicksal wollte es aber anders und sowohl Glück, als auch sehr viel Pech formten diesen Menschen.

Aus Zeitgründen konnte ich diesen Titel nicht so verschlingen, wie ich gerne wollte. Es sind kaum langatmige Passagen aufgekommen und der Schreibfluss ist sehr flüssig. Selbst die deutsche Übersetzung liest sich sehr gut, was wohl noch seltener ist als schöne Klappentexte. Die Geschichte hat lustige und traurige Elemente, diese sind in einem gelungenen Spannungsbogen aufgebaut, so dass man, der Zeit trotzend, immer noch ein Kapitel mehr lesen möchte. Die Kapitel selbst sind relativ kurz, was es noch schwerer macht das Buch wegzulegen, wenn man ein Kapitel fertig gelesen hat.

Wer auf ein gelungenes Fantasy Buch Lust hat, dem kann ich “Der Name des Windes” wärmstens empfehlen. Ich habe den Kauf nicht bereut. Für Würzburger empfehle ich natürlich den Kultbuchhändler Hermke zu unterstützen und das Buch dort zu kaufen. Wer nicht persönlich vorbeikommen kann, kann dort auch anrufen. Dann kommt das Buch portofrei zu euch nachhause.

Das Lied der Dunkelheit

Der 1973 geborene Peter V. Brett hat mit seinem Erstlingswerk “Das Lied der Dunkelheit” ein kleines Meisterwerk geschaffen. Im englischen Originaltitel heißt es “The Painted Man”, damit hat der Heyne Verlag bewiesen, dass sie abermals Titel nicht originalgetreu zu übersetzen vermögen. Auch bei der Übersetzung sind einige Schnitzer unterlaufen. Der gröbste ist die Verwendung von “Mom” und “Dad” als Anrede für die Eltern. Diese passen einfach nicht in die Welt hinein.

Das Buch ist dem Fantasy-Genre zuzuschreiben, wobei die beschriebene Welt sehr düster und grausam ist. Es ist erfreulich, dass Brett nicht die üblichen Klischees bedient, sondern eine neue und völlig eigene Welt geschaffen hat. Dadurch entsteht nicht der Eindruck, dass man alles schon einmal irgendwo gelesen hatte.

Die Welt ist Mittelalterlich und zugleich Postapokalyptisch. Die Apokalypse entstand, als Dämonen nach 30.000 Jahren Ruhe wieder auf die Erde zurückgekehrt sind. Da die Menschen Dämonen als Sagengestalten angesehen haben, konnten diese die einst von Wissenschaft beherrschte Welt fast ganz vernichten und haben die Menschheit ins Mittelalter zurück katapultiert. Menschen können sich nur bei Tageslicht sicher im Freien bewegen. Nachts kommen die Dämonen aus dem Horc, einer Art Hölle. Jeden Menschen, den sie antreffen, zerfleischen und fressen die Dämonen. Nur bestimmte Schutzsymbole vermögen es die nächtlichen Feinde auf magische Art aufzuhalten. Diese werden auf Stadtmauern und Häusern angebracht um die Dämonen aufzuhalten, was jedoch nicht immer gelingt, da die Symbole nicht immer den Angriffen standhalten.

Peter V. Brett erzählt die Geschichte von drei Hauptpersonen. Kapitelweise springt er zwischen den einzelnen Protagonisten, welche sich an verschiedenen Orten befinden. Dabei läuft die Zeit chronologisch weiter und Brett macht beim Wechsel des Charakters keinen Zeitsprung zurück. So lernen wir die einzelnen Persönlichkeiten kennen und lernen zu verstehen, wieso sie am Ende so geworden sind, wie sie sind. Auch das Verhalten der jeweiligen wird dadurch deutlich verständlich.

Die Geschichte vermag es von Anfang bis Ende zu fesseln. Dabei entstand bei mir jedoch nie eine zerreisende Spannung. Diese war allerdings auch nicht notwendig um das Buch absolut lesenswert zu machen. Ich wollte einfach immer wissen, wie es weitergeht und habe das Buch immer nur schweren Herzens zur Seite gelegt. Die Geschichte selbst ist für sich abgeschlossen, doch es ist eindeutig, dass sie weitergehen wird. Dies wird auch so am Ende des Buches angekündigt. Dort ist schon das Cover des Nachfolgebandes abgedruckt. Dieser wird, laut Amazon, im April 2010 erscheinen. Im Wikipedia Artikel zu Peter V. Brett ist auch schon der dritte Band angekündigt. Somit wird der aktuelle Trend zu Trillogien bewahrt.

Ich kann jedem nur empfehlen dieses Buch zu lesen. Im sonstigen Einheitsbrei der Massenliteratur hebt sich dieses Buch äußerst positiv hervor.

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